Bioland-Baumschule Aloys Pöhler: Ein Paradies mit Windenergie

Aus dem satten Grün der Bäume ragt ein Turm aus Metall. An der Spitze drehen sich drei weiße Propeller im Wind. Ähnlich wie ein Leuchtturm zeigt diese Windkraftanlage allen, die von der Bundesstraße abgebogen sind: „Ja, hier bist du richtig – im Flachsmoor 1 nordöstlich von Cloppenburg.“

Richtig ist auch die Vermutung, dass die Windenergieanlage ein älteres Modell ist. 1993 hat Aloys Pöhler die Genehmigung dafür bekommen. „Heute geht das nicht mehr für einzelne Anlagen, jedenfalls nicht bei uns.“

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Bewährte Mitarbeiter: Wind und Sonne

Seit über 20 Jahren schenkt ihm der Wind Strom, so viel, dass damit 50 Haushalte (jeweils drei Personen) ein Jahr lang auskommen könnten. Aloys Pöhler selbst braucht nur einen kleineren Teil für seine Baumschule und mehrere Elektro-Fahrzeuge. Der Rest wird in das regionale Netz eingespeist.

Der Fachmann für Pflanzen hat auch die Sonne schon früh als Mitarbeiterin beschäftigt. Ihre Wärme wandelt das Wasser der Baumschule in Warmwasser. 1983 baute Aloys Pöhler selbst Sonnenkollektoren. Die hat er inzwischen aber durch eine neue Anlage auf seinem Wohnhaus ersetzt.

Wasser sparen mit der Fließmattenbewässerung

Strom und Wärme – das wäre gelöst. Aber wie steht´s mit dem Wasser für die Staudengärtnerei? „Für alle Pflanzen und Stauden, die wir in Töpfen heranziehen, haben wir die Fließmattenbewässerung.“

Dieses Prinzip kann man am Hochbeet sehr schön sehen. Das Beet hat auf einer Länge von 9 Metern ein leichtes Gefälle. Zunächst wird der Boden des Hochbeetes mit eine Teichfolie abgedichtet.  Winzige poröse Schläuche, durch die das Wasser fließt, werden darauf gelegt und mit einer anderen Folie zugedeckt. Die lässt allerdings Wasser und Luft durch. Die Gewächse holen sich das Wasser von unten.

„So können wir die Pflanzen, Blumen und Stauden auch bei großer Hitze ausreichend versorgen und sparen viel Wasser. Außerdem ist die Bewässerung vorbeugender Pflanzenschutz, denn das Gießen von oben sorgt für ein feuchtes Milieu, in dem sich Pilzkrankheiten entwickeln können.“

Größere Stauden und Pflanzen, die in einem Topf am Boden stehen, haben zusätzlich noch eine Art Kokosmatte am Rand des Topfes, damit die Sonne den Ballen im Topf nicht austrocknet

Pflanzen werden durch eine besondere Mischung aus Erde widerstandsfähig

Torf spielt in dieser Bioland Baumschule keine Rolle: „Wir haben unsere eigene Erdmischung, mit der wir den Boden organisch düngen. Unsere Pflanzen werden sehr widerstandsfähig und können sich im Garten der Kunden gut weiter weiterentwickeln.“

Top-Seller sind die Gartenlauben aus Buchen und anderen Gehölzen: im Halbkreis gepflanzt, mit Stühlen, Sitzbank und einem Tisch ausgestattet, als Dach dienen Äste von großen Bäumen, die in zweiter Reihe stehen. Oder die Pflanzen werden an ihrer Spitzen miteinander verflochten.
 „Das ist sehr individuell, und davon haben wir schon viele in privaten Gärten gepflanzt.“

 Kunst, Musik und Seminare in der Baumschule

Sonntags ist Baumschule offen für Besucher. Sehr beliebt ist das Wildobstlabyrinth, in dem die die meisten Besucher Sorten finden, die sie gar nicht kannten: Apfel- und Honigbeere, Kornel-Kirsche, Mispeln,  Kirschapfel. Dazwischen auch leckere Stachelbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren, und noch einiges mehr zum Probieren.

In jüngster Zeit hat sich Aloys Pöhler auch im Themenbereich Kultur einen Namen gemacht. Nicht nur, dass auf dem Gelände hier und da Kunstwerke den Blick auf sich ziehen – der Pflanzen-Fachmann hat auch einen großen Pavillon gebaut.
Kombiniert mit einer Bühne im Garten ist das Gebäude ideal für Live-Musik und Tanz. Vorzugsweise Generationen übergreifende Musik hat hier ihren Raum: Vereine aus der Region musizieren gemeinsam mit unterschiedlichen Bands. Ansonsten können Gruppen den Pavillon für Seminare mieten.

Im „Sternenzelt“ neben der Spielwiese und dem Wildobstlabyrinth können Besucher gemütlich sitzen und die Aura der Baumschule genießen. Oft sitzt auch Aloys Pöhler hier, gerne nach Feierabend  zum Sonnenuntergang. „Das ist mein Paradies“, sagt er. Man kann ihn beneiden.