Heinz-Josef Burhorst (Dinklage) und seine Fachwerksiedlung

Mit Wärmedämmung und Rest-Holz nachhaltig Energie sparen

Auf den ersten Blick könnte es eine hochwertige Ferienhaussiedlung sein. „Ich wollte zunächst eigentlich sechs Wohnungen für Senioren bauen“, sagt Heinz-Josef Burhorst, der Schöpfer dieses Ensembles aus unterschiedlich großen Fachwerkhäusern. „Keine Ahnung, warum sich im Laufe der Jahre überwiegend junge Familien für diesen Ort entschieden haben“. Inzwischen leben 37 Erwachsene und 16 Kindern hier - und nur wenige Senioren. Die meisten stammen aus der Region Oldenburger Münsterland.



 

mehr lesen ...

mehr lesen ...

Man darf sie beneiden. Kein Haus ist wie das andere. Heinz-Josef Burhorst wollte traditionelle Gebäude schaffen, die für ihn als ehemaligen Bauern auf einem Hof selbstverständlich sind: das Haus mit Diele für die Familie, einen großen Stall, die Scheune für Pflüge und andere Gerätschaften, ein Heuerhaus für die Heuerleute, ja sogar ein Pferdegöpel, also ein rundes Gebäude, in dem das Pferd die Mahlsteine bewegte und damit aus den Getreide-Körnern Mehl machte.



„Jedes Haus hat seinen eigenen Charakter“, sagt Burhorst. 1995 stand das erste, jetzt sind es über 20. Alle gut vermietet. Und es ist noch Platz für weitere. Bemerkenswert ist die Anordnung. „Ich dachte seinerzeit an ein Rundlingsdorf und habe mehrere Gebäude um einen Platz herum gebaut. Jetzt sind es drei überschaubare Einheiten, die wiederum miteinander verbunden sind. Das ist im Übrigen auch besser für die Nachbarschaft“. 
Bäume, Pflanzen, Blumen, Brunnen und Straßenlaternen sind die i-Tüpfelchen in der Fachwerksiedlung, die in jedem Betrachter ein Gefühl der Entspannung, Harmonie und Verbundenheit auslösen.

Die Heizungszentrale steht etwas abseits und ist als Scheune gestaltet. Hier kann der Jahresbedarf von ca. 600m³ Brennmaterial gelagert werden. Aktuell wird Restholz von einer Zimmerei verheizt, Restholz aus Durchforstungen und aufgearbeitetes, unbehandeltes Holz aus Verpackung und Paletten. Die Biomasseheizung holt sich das Brennmaterial selbständig und leitet die Wärme bedarfsgerecht über das 500 Meter lange Nahwärmenetz zur Beheizung und Warmwassererzeugung an die einzelnen Häuser. Unterirdisch liegen gedämmte Rohre, in denen 65 Grad heißes Wasser zirkuliert.

„Die Anlage kommt von einem österreichischen Hersteller. Die Österreicher sind meiner Meinung durch ihren Waldreichtum führend auf diesem Gebiet“.

Wirtschaftlich gesehen war die Anschaffung der Heizungsanlage eine richtige Entscheidung. Die neuen Häuser brauchen keinen Gasanschluss, alte Gasheizungen brauchen nicht ersetzt zu werden, und auch kleine Häuser sind problemlos, einfach und wirtschaftlich an das Nahwärmenetz anschließbar.  Am wichtigsten findet Burhorst aber, „dass wir nicht mehr die Energie verbrauchen, die die Sonne in Millionen von Jahren in Form von Öl und Gas in der Erde eingelagert hat, nur um es behaglich warm zu haben“.
Alle Häuser sind gut gedämmt, wovon die Mieter durch geringe Heizkosten profitieren.
Im Dachbereich werden hochwärmedämmende Dämmplatten eingesetzt, wie sie auch im Industriebereich verwendet werden. Sie sind regendicht, so dass die alten Ziegel auf dem Dach nicht unbedingt die Niederschlagsdichtigkeit sicherstellen müssen.

Diese Fachwerksiedlung ist inspirierend, und es ist äußerst interessant, mit Heinz-Josef Burhorst über die vielen Ideen und Hintergründe zu sprechen. Wer sich nach einem ausgiebigen Rundgang hinreichend informiert fühlt, kann im Café am Eingang zur Siedlung entspannen. „Bussjans Hofcafé“ wird von Martina Burhorst und ihrem Mann betrieben – natürlich in einem 240 Jahre alten und restaurierten niederdeutschen Zweiständerhallenhaus.

www.bussjans-hof.de 


Die Homepage bietet Informationen zur Fachwerksiedlung, zum Hofcafé und zu vielen weiteren Themen und Angeboten der Familie Burhorst.

Bussjans Hofcafé         
Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntags


Schwegerstr.17

49413 Dinklage
Telefon 04443/4953
Mail: info@bussjans-hof.de

Etwas abseits von der Fachwerksiedlung  werden die Holzreste gelagert und auch verbrannt.Heinz Josef Burhorst am Hackschnitzel-Verschlag.Eine Förderschnecke aus Metall (Mitte) transportiert die Holzreste zur Verbrennung.Hier kommt das Brennmaterial an.Durch einen geschlossenen Tunnel geht es in den Ofen.Eine Firma aus Österreich hat die Anlage konstruiert.Die Häuser sind wie in einem Rundlingsdorf angeordnet. Drei Gruppen, die miteinander verbunden sind.Das kleinste Haus ist für eine Person gebaut worden.Querschnitt durch eine Wand von außen nach innen: gut isoliert.Blick von außen in ein Gefache.Blick im Rohbau zum Dach: Es ist auch gut isoliert.Viel Grün zwischen den Gebäuden.Ein Haus hat die Form eines Pferdegöpels angenommen. In so einem Gebäude lief das Pferd im Kreis und trieb die Mahlsteine an, die aus Getreide Mehl machten.Heinz-Josef Burhorst legt Wert auf Details – hier eine Laterne.Das sind die Leitungen, durch die kühles und erhitztes Wasser fließt.Das ist alles gut ausgeklügelt. Heiz-Josef Burhorst ist mittlerweile ein Spezialist.Stillstand ist ein Fremdwort: Die Siedlung bekommt das nächste neue Haus.Wenn die Blumen wachsen und blühen, sieht´s idyllisch aus.Das heutige Hofcafé ist das erste Gebäude gewesen, das restauriert wurde.Netter Hinweis für neugierige Touristen.

WEITERE INFOS