Frischehof Lüske: jeden Tag frische Lebensmittel - mit Energie aus der Natur

Wer Schnitt- oder Topfblumen möchte und das eine oder andere Accessoire aus der Blumenwelt, biegt am Haupteingang  gleich links ab. Die Obst- und Gemüseabteilung ist in der rechten Hälfte des Gebäudes. Ein Flair wie auf dem Wochenmarkt, oder wie in einer Markthalle. Wir sind auf dem Frischehof Lüske in Stapelfeld bei Cloppenburg.

Bullen- und Schweinemast ist das Kerngeschäft, aber auch der Frischehof ist mit der Zeit gewachsen.
„Unsere Familie baut seit 1940 Kartoffeln und Gemüse an: viele Kohlsorten, Salate, Tomaten, Gurken - je nach Saison“, sagt Hof-Eigentümer Joachim Lüske, „und wegen der guten Nachfrage kaufen wir auch vieles dazu, z.B. Birnen, Bananen, Äpfel, Kirschen, Weintrauben, Paprika, Erdbeeren und viele andere Früchte – aber immer nur die beste Qualität.“

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Seit 75 Jahren Kartoffeln, Gemüse, Fleisch und Wurst

So wurde der Frischehof Lüske im Laufe der Jahre zu einer gefragten Adresse. Rund 50 Restaurants, Hotels und etliche Wochenmarkt-Händler aus der Region kaufen bei ihm ihre Ware.  Sogar Wurst und Fleisch ist im Repertoire: „Wir haben sehr gute Zulieferer. Schweinefleisch bekommen wir von mehreren Bauern in der Nachbarschaft, die unter anderem auch Bentheimer Landschweine groß ziehen. Und das Fleisch ist bei unseren Kunden so beliebt, dass sie bei der Bestellung auf eine Warteliste kommen. Über 20 Mitarbeiter sind mittlerweile auf dem Frischehof beschäftigt.

Viel Wärme und Strom für große Räume, Gewächshäuser und andere Gebäude

Blumen, Obst, Gemüse, Fleischtheke  – allein die Ladenfläche dafür ist groß. Dazu kommen die Gewächshäuser, mittlerweile 3.000 qm Fläche, und Lagerräume. Das alles muss beheizt und mit Strom versorgt werden. Und dann sind da noch die Ställe, viele andere landwirtschaftliche Gebäude und das große Wohnhaus.

„Wir haben 2006 eine Biogasanlage gebaut.  Damals mussten wir pro Jahr 80.000€  allein für Gas bezahlen, heute wären es 150.000€.“

Mit der Biogasanlage produziert Joachim Lüske Strom und Wärme. Der Strom wird in das regionale Netz eingespeist, die Wärme macht Warmwasser und wird weitergeleitet in die Gewächshäuser, in den großen Verkaufsbereich, in die Ställe und in das Wohnhaus.

Der Zeitpunkt für die Investition hat mit  der ersten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland zu tun. Die Bundesregierung belohnte die Betreiber seinerzeit, indem sie ihnen einen Festpreis für Strom über 20 Jahre garantierte.

Biogas macht Sinn auf dem großen Hof mit 200 Hektar Nutzfläche

Einfach und kurz beschrieben funktioniert die Gas- und Stromproduktion so:
Lüske baut Mais und verschiedene Getreidesorten an. Das ist sozusagen das Futter für die Biogasanlage, im Insider-Jargon auch Substrat genannt. Die Pflanzenreste werden nach der Ernte gepresst und neben der Anlage als Silage gelagert.  Silage, Mais und Getreide werden später mit Gülle gemischt, die bei  der Bullen- und Schweinemast ensteht. Der Mix aus Substrat und Gülle gärt dann in einem großen Behälter, Bakterien zersetzen diesen Mix und dabei  enstehen Gase.

Das Gas treibt im Blockheizkraftwerk einen Motor an, der mit einem Generator Strom produziert. Die dabei  erzeugte Wärme fließt dann durch Leitungen in die Gebäude.  Das, was beim Gären übrig bleibt, wird auf die Felder gefahren. Damit wird Dünger gespart.

Die Kosten für so ein ausgeklügelte System sind entsprechend, die Biogasanlage auf dem Frischehof Lüske hat seinerzeit 1,5 Mio Euro gekostet. Günstige Kredite, die Vergütung für den Strom und der Nutzen für den eigenen Hof sind Argumente, die Biogasanlage zu bauen.

Aller guten Dinge sind drei: Biogas, Photovoltaik , Windenenergie

Joachim Lüske hat 200 Hektar Nutzfläche insgesamt, da lohnt es sich dann schon. Strom produziert er auch seit einiger Zeit mit einer Photovoltaik-Anlage.  „Wir haben eine Halle für unseren Fuhrpark gebaut, da wollte ich das mal ausprobieren. Bin sehr zufrieden.“

Aller guten Dinge sind drei: Biogasanlage, Photovoltaik, und dann ist auch noch Windenergie dazu gekommen. Zusammen mit Nachbar-Höfen betreibt Lüske eine Anlage.

Lüske und andere Betreiber können stolz sein auf ihre Strom-Bilanz:  Der Landkreis Cloppenburg deckt inzwischen circa 100 % seines Bedarfs über regenerative Energien.  Was die Wärme betrifft, quasi das Nebenprodukt der Biogasanlage, so lässt auch dort die Bilanz aufhorchen. Nicht nur, dass der Frischhof autark ist, er kann es sich auch leisten, die Gewächshäuser schon nach Weihnachten zu heizen.

„Das war vor 2006 unmöglich wegen der hohen Kosten. Wir haben erst ab März geheizt. Jetzt  fangen wir viel früher an, damit haben die Pflanzen wesentlich mehr Zeit zum Wachsen, und sie sind auch kräftiger.“

Joachim Lüske hat kräftig zu tun als erfolgreicher Manager des Frischehofs, der regenerativen Energien, der Bullen- und Schweinemast. Und doch nimmt er sich Zeit für Schulklassen, Landfrauen und andere Verbände.

„Wir können  die Entwicklung der regenerativen Energie hier bei uns auf dem Hof gut und ganz praktisch erklären. Und wenn die Leute, vor allem die Kinder, dann sehen, welche Produkte dabei rauskommen, ist das doch auch ein schönes Gefühl.“

 

Schon von weitem zu erkennen: Einfahrt zum FrischehofBlumen und viel Gemüse werden in mehreren Gewächshäusern großTomaten wachsen in einer Erdmischung, die Joachim Lüske in jahrelanger Arbeit entwickelt hat.Der Wasserverbrauch ist sehr gering, weil das Wasser durch dünne Schläuche direkt zum Wurzelwerk geleitet wird.Hier wird das durch die Biogasanlage aufgewärmte Wasser gemessenGurken aus eigener ProduktionAuch der Blumenkohl ist auf dem Frischehof gewachsenVitamine ohne Ende – kann man bei Lüskes so bestellenDrei große Silos, in denen das Substrat für die Biogasablage gären kannDirekt am Ort der Verarbeitung – Silage und andere StoffeDas Substrat wird in einen „Graben“ geschoben, von dort mit Schecken zur Biogasanlage transportiertFiligrane Steuerung. Darauf haben sich Firmen in der Umgebung spezialisiert.Im Nebengebäude wird der gesamt Ablauf über Rechner gesteuert und kontrolliert.Das ist der Motor, der aus Biogas Strom macht. Die Wärme, die dabei entsteht, heizt das Wasser für den gesamten Hof auf.Diese Zusatzmaschine reinigt das Biogas durch hohe Temperatur  von anderen GasenNeben der Biogasanlage liegt Silage aus Mais und GetreideSo sieht es im Sommer auf dem Weg zu den Verkaufsräumen aus.Schaubeete – das Richtige für Gartenfreunde.Es ist noch was da, aber Wochen vorher war das Im Gewächshaus voller Pflanzen.Mix aus Blumen und Zubehör im großen VerkaufsraumKleine Kunstwerke ragen aus dem Farbenmeer der Blumen und PflanzenDies und das für den Garten oder für die Wohnung – man findet immer noch etwas.