Gleich neben Bussjans Hofcafé: vom Korn zum Brot

Foto: Paul Arlinghaus auf dem Feld.
Ähren wiegen sich im Wind, die Gelb- und Grüntöne dominieren – das Oldenburger Münsterland ist ein Getreideland. Hier reift das Korn heran, aus dem später Brot wird. Wie genau, das kann man sich ansehen: bei einer Radtour auf der Boxenstopp-Route, einem rund 300 Kilometer langen Rundkurs durch die abwechslungsreiche Region im Städtedreieck Bremen-Oldenburg-Osnabrück.

Getreidesorten, die wir heute nicht mehr kennen
Der Weg führt vorbei am Getreidegarten von Paul Arlinghaus. Am Ortsrand von Dinklage hat der Landwirt vor allem historische Arten angepflanzt, zum Beispiel Einkorn, Dinkel oder Emmer. Und natürlich Buchweizen, auch wenn das kein Getreide ist, sondern ein Knöterichgewächs. Der schönste Anblick – zumindest für Nicht-Landwirte – ist das Feld in der Mitte, nicht zuletzt dank Kornblume und Klatschmohn. „Ein Ackerbauer würde vielleicht sagen: Das ist Unkraut. Für mich ist das ein wunderschönes Blumenfeld“, sagt Arlinghaus.

Auf dem Getreidepfad mit Paul Arlinghaus
Jedes Jahr im Sommer wird der Getreidegarten von Paul Arlinghaus zu einem beliebten außerschulischen Lernort. Aber auch Familien mit Kindern bekommen bei Arlinghaus eine willkommene Nachhilfe und manchmal auch eine Schippe in die Hand. Anschließend geht es auf dem „Getreidepfad“ zu einer Scheune, in der die Ausstellung „Vom Korn zum Brot“ die Geschichte des Getreideanbaus dokumentiert. Der Rundgang endet bei der Schweger Mühle, einer Galerie-Holländer-Windmühle.

Schwarzbrot und Schwarzbrot-Torte
Im Backhaus gleich nebenan wird auch heute noch Schwarzbrot gebacken, wenn auch nur an ausgewählten Tagen. Mittwochs und an Wochenenden kann man sich dafür gleich nebenan im Café auf Bussjans Hof stärken, der Klassiker hier: leckere Schwarzbrottorte. Ebenfalls sehr nahrhaft: die Buchweizentorte. Buchweizen war früher für Moorbauern das Grundnahrungsmittel schlechthin.

Text und Foto: Wolfgang Stelljes (Oldenburg)