Jetzt sogar in China: die Hannoversche Kaffeemanufaktur

Schon 10 Jahre lang pflegen die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover und die chinesische Millionenmetropole Changde Beziehungen (Hauptstadt der Provinz Hunan), und sie müssen sich gut entwickelt haben, denn die Städtevertreter aus Changde haben in ihrer Stadt, an exponierter Stelle, ein norddeutsches Viertel gebaut, in dessen Zentrum die „Hannoversche Straße“ liegt. Ministerpräsident Stephan Weil und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok reisten zur Eröffnung des Viertels nach Changde.

Drei Unternehmen aus Hannover haben im Viertel eine Filiale eröffnet. Eins davon ist die Hannoversche Kaffeemanufaktur.

Inhaber Andreas Berndt und seine beiden Söhne Fabian und Fleming
haben sich lange und gut vorbereitet. Das Rösten der vielen frischen Kaffeesorten haben sie von der Pike auf gelernt und perfektioniert. Fabian Berndt studierte internationales Management, lernte dabei auch seine Freundin Isabel kennen, deren Vater aus China stammt, und jetzt eröffnen die beiden die Hannoversche Kaffeemanufaktur im norddeutschen Viertel Changde. Bei 6 Millionen Einwohnern werden bestimmt etliche traditionelle Teetrinker umschwenken auf Kaffee.

Erstklassige Lage am Fluss, chinesisches Personal, eine gläserne Rösterei und Pläne, weitere Cafés mit frischem und erstklassigen Kaffee zu beliefern – das sind doch schon mal gute Aussichten. Wir bleiben am Ball.

Hier ein Film am Tag der Eröffnung vom NDR Fernsehen, Landesfunkhaus Hannover

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Blog-Hannover-goes-China,china906.html

Warum ist Hannover Vorbild für die Chinesen aus Changde? Peter Mlodoch vom TAGESSPIEGEL kann das erklären: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/changde-chinesische-stadt-baut-hannover-nach/12375944.html

 

 

 

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Die Genussreise ist eine angenehme, unterhaltsame Mischung aus Theorie und Praxis, wobei der praktische Teil hauptsächlich aus dem Riechen und Schmecken von drei unterschiedlichen Kaffees besteht. Erstaunlich ist, dass auch „Ungeübte“ die Unterschiede deutlich schmecken.

Die hannoversche Kaffeemanufaktur röstet die Kaffeebohnen 25 Minuten bei 180 Grad Celsius
An die 1.100 Aromen birgt eine Kaffeebohne in sich. Es hängt von der Röstung ab, wieviel wir davon genießen können. Deshalb ist das Kapitel „Röstung“ auch ein Schwerpunkt der Genussreise. „Reiseführer“ Andreas erklärt: „Man braucht bestimmte Mindeströstzeiten, um die Gerbstoffe im Kaffee abzubauen, die oft Sodbrennen verursachen. Diese Gerbstoffe (Chlorogensäure)zerfallen erst nach etwa 18 Minuten. Auch die Aromen im Kaffee brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Die Temperatur ist ebenfalls entscheidend. Wir in der Hannoverschen Kaffeemanufaktur rösten 25 Minuten lang bei maximal 180 Grad. Zum Vergleich: Die Industrie röstet den Kaffee drei Minuten bei 600 bis 800 Grad.“

Was passiert beim Rösten?
Das Wasser in den Kaffeebohnen verdampft, der Druck in den Bohnen wird höher, sie blähen sich enorm auf. Die äußeren Häutchen der Bohnen lösen sich, die Bohnen platzen auf. Das Geräusch wird  "First Crack" genannt.

Wenn der Kaffee so sorgfältig und mit Hingabe geröstet wird, verspricht das den ersehnten Genuss, vorausgesetzt, der Kaffee wird richtig zubereitet.
Auch beim Thema Zubereitung können wir ehrlich sein und eingestehen: „So ganz genau wissen wir das nicht, hat uns ja auch bisher keiner so richtig erzählt.“ Kaffee-Experte Andreas kennt die Gepflogenheiten und gibt Tipps, die das Kaffeetrinken vom Gewöhnlichen zu etwas Besonderem machen:

  • Kaffee darf nie „scharf“ schmecken oder „brandig“.
  • Kaffee schmeckt man am Gaumen.
  • Kaffee verträgt keine externen Wärmequellen (Stövchen, Platte).
  • Das Wasser darf nicht sprudeln, ideale Temperatur um die 92 Grad.Wenn die Temperatur des Kaffees fällt, darf der Kaffee nicht an Aroma verlieren.

  • Beim Zubereiten mit einem Handfilter: Wasser nur bis zur Kaffeegrenze auffüllen, auf einen Liter 55 Gramm Kaffee nehmen, bei 2 Litern 80 Gramm.

  • Kaffeefilter mit heißem Wasser nass machen, am besten weiße Filter nehmen.

  • Entkoffeiniert = Industrie macht das mit Chemie, da bleibt etwas zurück.
  • Kaffee der Hannoverschen Kaffeemanufaktur: Luftdruck löst Koffein aus der Bohne, alles andere bleibt enthalten, da bleibt auch nichts zurück.
  • Bei „Espresso“ handelt sich um eine Form der Zubereitung, Zubereiter verwenden normale Kaffeebohnen verwendet.
  • Falls der Kaffee zu stark sein sollte: Nicht an der Dosierung arbeiten, sondern den Kaffee wechseln
  • Abends kann man Kaffee trinken

Daraus wird deutlich: Wer nach der Genussreise in der Hannoverschen Kaffeemanufaktur Kaffee genießen und nicht nur trinken möchte, muss nur einige Gewohnheiten ändern. Das Schöne daran ist, dass der Erfolg schnell kommt.

Fast am Schluss bekommen die Gäste noch ein Schmankerl. Sie können den „First Crack“ beim Rösten hören. Dazu holt Genussreisen-Reiseführer Andreas die kleine Rösttrommel aus dem Regal. Sie ist 200 Jahre alt. Er füllt eine Handvoll Kaffeebohnen ein und dreht  die Trommel mit einer Handkurbel über einem kleinen offenen Feuer, nach ca. 7 Minuten ist das Knacken zu hören, der Duft verbreitet sich im Raum.

Schade, dass nach gut zwei Stunden die Reise zu Ende ist. Aber für die meisten hat sie jetzt erst begonnen. Und ihren Kaffee kaufen die Kenner nur noch in der Hannoverschen  Kaffeemanufaktur.

Das Neue Rathaus in Hannover (Bauzeit 1901 bis 1913) ziert die Kaffee- und Espressotassen der hannoverschen Kaffeemanufaktur. Foto: Hannoversche KaffeemanufakturFrisch gemahlen - aromatische Düfte füllen den Raum. Foto: Hannoversche KaffeemanufakturEinladend und gemütlich: Der große Raum für Seminare rund um den Kaffee am Standort Burgdorf (Heeßel). Foto: Hannoversche KaffeemanufakturGleich neben dem Raum wird der Kaffee geröstet. Foto: Hannoversche KaffeemanufakturHier wird gerade ein köstlicher Espresso zubereitet. Foto: Hannoversche KaffeemanufakturMan kann auch kleine Portionen frisch aufbrühen. Foto: Hannoversche KaffeemanufakturEtliche Sorten Kaffee frisch geröstet und in schönem Ambiente präsentiert - am Standort Burgdorf (Heeßel). Foto: Hannoversche KaffeemanufakturBlick vom Tresen in den Raum hinein (Burgdorf, Heeßel). Foto: Hannoversche KaffeemanufakturIn Burgdorf (Heeßel) werden Tag für Tag größere Mengen Kaffee geröstet. Foto: Hannoversche KaffeemanufakturSo sehen die Kaffeebohnen vor dem Rösten aus.Zu sehen bei der Genussreise - eine 200 Jahre alte Rösttrommel, die immer noch funktioniert.

Röstereien und Kaffeebar

Große Rösterei in Burgdorf-Heeßel
Dorfstr. 17
31303 Burgdorf-Heeßel

Kleine Rösterei in Hannover-Limmer
Liepmannstr. 21
30453 Hannover

Kaffeebar
Galeria KAUFHOF in der Passerelle
Ernst-August-Platz 5
30159 Hannover

 

 

 

 

 

 

Der Kaffeegürtel

Der Kaffeegürtel
Kaffee gedeiht nur in einem ausgeglichenen Klima, gut sind Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad. Pralle Sonne, starke Winde, zu viel Regen, Frost – all das können die Kaffeesträucher oder –bäume nicht vertragen. Zum Schutz gegen schädigendes Wetter werden viele Bäume drumherum gepflanzt, u.a. Zitruspflanzen. Der Boden muss locker und gut durchlüftet sein.

Ideal ist also der Kaffeeanbau zwischen dem 23. Breitengrad nördlicher Breite und dem 25. Breitengrad südlicher Breite. Diese Zone wird „Kaffeegürtel“ genannt - hier geht´s zur Grafik