Dieses Instrument war schon am Bosporus

Museum Mechanischer Musikinstrumente

Es sieht aus wie ein großer Schrank, innen drin ist eine filigrane Mechanik, die mehrere Instrumente erklingen lässt, ohne dass Instrumente zu sehen sind. Viele meinen, sie hören ein ganzes Orchester. Deshalb wird das Musikinstrument auch Orchestrion genannt.

Erster Besitzer dieses Instruments war Sultan Abdul Hamid II. von Konstantinopel (1876-1909),  einer der letzten Sultane von Konstantinopel. Er war befreundet mit Kaiser Wilhelm II. und ist durch diese Freundschaft auch öfter in Deutschland gewesen. Auf einer Industrieschau entdeckte Abdul Hamid das Orchstrion, das von Firma Welte (Freiburg) gebaut worden war. Er ließ es in seinen Sommerpalast an den Bosporus transportieren. Mit Gründung der Türkei kam das Ende des Sultanats. Abdul Hamid musste mit seiner Familie ins Exil gehen und einen großen Teil seines Eigentums zurück lassen.

Das Orchestrion wurde nach England verkauft: Ein Lord beeindruckte damit feine Gesellschaften auf seinem Landsitz.  In den 1970 er Jahren ersteigerte der Braunschweiger Textilkaufmann Jens Carlson (geb. 1941) das Musikinstrument und brachte es in seine Heimatstadt.

120 Jahre alt ist das Orchestrion inzwischen, und es ist nur ein Instrument von über 200. Und das bedeutet: Mehr als 200 beeindruckende Geschichten über mechanische Musikinstrumente.

Britta Edelmann, Leiterin des MMM, und ihr Team bieten weitere Details zum Orchestrion und zu allen anderen Instrumenten.