Die siebziger Jahre – eine begehrte Ausstellung

Im vergangenen Sommer überraschten Museumschefin Britta Edelmann und eine von ihr beauftragte Agentur mit einer Ausstellung über die faszinierende Welt der 1970er Jahre. Die Gäste des MMM wurden zu einen Streifzug eingeladen durch die Alltagskultur, die Wohnwelt und das Lebensgefühl der Seventies!

Die 70er Jahre bilden das facettenreichste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Unterschiedliche gesellschaftliche Bewegungen und Strömungen formierten sich...

 

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...darunter Bürgerinitiativen, die Umweltschutz und Atomausstieg propagierten. Die gelbe Sonne der Anti-Atomkraft-Bewegung leuchtete auf zahlreichen Autos. Auch im Sport tat sich einiges: 1972 fanden die Olympischen Spiele in München statt und Deutschland wurde 1974 Fußballweltmeister nach einem 2:1-Sieg über Holland.

Es war die Zeit der Bhagwan-Anhänger und Jesus-People. Die Hippiebewegung schwappte von den USA nach Europa über und beeinflusste auch den modischen Stil mit langen Gewändern, Stirnband und den sogenannten Jesuslatschen. Mit Schlaghosen und langen Haaren beeindruckten junge Männer die Damenwelt. Die Mädchen zeigten in engen und kurzen "Hotpants" Po und Beine. Grelle Schockfarben, psychedelische Motive, Lederjacken, Schlapphüte, Schuhe mit Blockabsatz und Holz-Clogs verliehen der damaligen Mode ihren unverwechselbaren Stempel. In einem Werbespot warb die gute alte Tilly für ein Geschirrspülmittel gegen "raue Spülhände“, sie wurde zu einer Legende im deutschen Werbefernsehen. Dort trieben auch Phänomene wie der "Weiße Riese" oder das "Schlechte Gewissen" ihr Unwesen. Samstagabend unterhielt Rudi Carrell die ganze Familie mit der Show "Am laufenden Band" und Wim, Wum und Wendelin wetteiferten mit den Kandidaten in der Sendung "Der große Preis". Es wurden Afri-Cola und Capri-Sonne getrunken und das Eis hieß damals Nogger, Capri oder Flutschfinger.

Auch die Musik der 70er Jahre war so vielfältig und bunt wie das gesamte Jahrzehnt. Die rote Zunge der "Rolling Stones" prangt seit den 70er Jahren auf deren rockigen Alben.  Aus Schweden importiert, landete die Band "ABBA" einen Nummer-Eins-Hit nach dem anderen. Rockbands wie „Led Zeppelin“ und „Black Sabbath“ beherrschten die Szene ebenso wie Progressive Rock, Disco-Sound und deutscher Schlager. Vinylschallplatten und Kassettenrekorder sorgten für die musikalische Unterhaltung.

 

 

 

 

Eine Bontempi-Orgel, war zu ihrer Zeit heiß begehrt.Plattenspieler und Radio in einem: die so genannte Kompaktanlage. Sie kostete bis zu  1.000 DM, und einige hatten auch noch einen Audiocassetten-Spieler drin.Plattencover – das Auge kauft mit.Beim Mitschneiden der Hitparade ärgerte man sich immer, wenn Moderatoren in die Musik quatschten.Wählscheibe – was ist das denn? Das dürfte der Smartphone-Generation fremd sein.Gehört zu den Siebzigern selbstverständlich dazu: leckere Bowle„Das haben wir so getragen“, meinen die fröhlichen Damen.Die flache Form des „Käse-Igels“Konsequent im Stil der Zeit: Poster im MMM.Dieter Thomas Heck – der Schnellredner.  Und das Gesicht der ZDF-Hitparade.Die „Sofortbild-Kamera“ – eine Vorläuferin der digitalen?Solche Schuhe wurden ernsthaft getragen. Orthopäden sind bestimmt nicht gefragt worden.Ein Hauch von Flower-PowerEntweder man mag es, oder man kann es nicht mehr sehen. Mit oder ohne Kirschtee.No Plastik - Felljacke und eine „Öko- Tasche“Hat eine tolle Ausstellung ins Museum gebracht: Britta Edelmann, Chefin des MMM