Die Woche der Gotischen Orgelkultur

Den Auftakt zur Gotischen Orgelwoche in der Alten Nicolauskirche zu Rhede und in der Ev.-ref. Kirche zu Rysum bildete ein Orgelkurs zur gotischen Spielweise mit Prof. Dr. h.c. Harald Vogel.
Mit Enthusiasmus wurde die Vorstellung der Replik der römischen Orgel von Aquincum durch Susanne Rühling aufgenommen. Das Instrument weist eine höher entwickelte Technik auf als die Instrumente, die 1000 Jahre später entstanden sind. Vier jeweils chromatisch aufgebaute Pfeifenreihen im Quartabstand erlauben es, alle 18 griechischen Tonarten darzustellen. Drei gedackte Pfeifenreihen ahmen den Klang der Panflöte nach. Eine offene Pfeifenreihe tritt als Verdoppelung der Reihe auf A hinzu.


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An die sensationelle Hörerfahrung der antiken Orgel schloss sich die Vorstellung der neuen von Winold van der Putten erbauten gotischen Orgel mit Pfeifen gleichen Durchmessers (Taubenei-Mensur) an.
Das Instrument ist für das Zusammenwirken mit einer Gregorianik-Schola gebaut worden und hat den Tonumfang von d°-a‘‘. Die Form der Tasten ist  nach Vorbild der Tasten von Halberstadt gemacht, die Michael Praetorius in ‘‘Syntagma Musicum‘‘  Teil II aus 1619 beschreibt. Die Tasten hängen mittels eines Wellenbrettes direkt an den Ventilen.

Den Höhepunkt der Woche, in deren Zentrum Orgelrepliken aus der Antike und der Gotik in der Alten Kirche zu Rhede ausgestellt und präsentiert werden,  bildete ein Tag mit Vorträgen, Instrumentenpräsentationen und einem Abschlusskonzert in der Alten Kirche zu Rhede (Ems). 

Von sensationellem Neuigkeitswert war der Vortrag von Susanne Rühling. In ihrem Beitrag zur Musikarchäologie berichtete sie über Nachbauten von antiken und mittelalterlichen Orgeln aus dem römischen und byzantinischen Kulturkreis und stellte eine entsprechende funktionstüchtige Replik der Orgel von Aquincum (3. Jh.) für das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz vor.

 
Der Organologe Koos van de Linde erläuterte im zweiten und dritten Teil des Programms die verschiedenen Quellen über die gotische Orgelkultur. Victor Timmer sprach über die gotische Orgel von Scheemda und Winold van der Putten erinnerte an den verstorbenen Organologen Jaap den Hertog. Die Zeit erwies sich angesichts der Fülle an Fachwissen der Referenten und an vorzeigbaren Instrumenten als zu kurz, um allen Aspekten gerecht zu werden.

Veranstalter der Woche  war  das Organeum in Weener in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland, der Hochschule für Künste Bremen, dem Arp-Schnitger-Institut für Orgel und Orgelbau an der HfK Bremen, der Stichting Groningen Orgelland, der Ev.-ref. Kirchengemeinde Rysum in Verbindung mit dem Arp Schnitger - Festival des Musikfests Bremen.

Aufbau Rutland OrgelRutland-Orgel in AktionViele Personen sind in das Spiel einbezogen Rutland-OrgelHarald Vogel während der Erstvorstellung der Taubenei-OrgelÖffentliche Erstvorstellung der Taubenei-Orgel H. Vogel W.v.d.Putten0607Rutland-Orgel und andere Instrumente Kirche RhedeOrgelkurs RhedeGebrauch der Taubenei-Orgel im KursGesang  Taubenei Orgel BälgeschöpferProf Vogel erklärtWer hats gemacht