Der Schöpfer des Murmilands – Ortwin Grüttner aus Hannover

60 Murmelbahnen hat Ortwin Grüttner mittlerweile gebaut, die längste davon ist 25 Meter lang – ein Kunstwerk, das er rechtzeitig zum 25-jährigen Jubiläum als Murmelbahnen-Konstrukteur gebaut hat. Es wäre also an der Zeit für eine Ausstellungshalle. Schon lange dienen einige Räume seines Eigenheims als Lager, und wenn er seine Werke nicht regelmäßig in Museen und anderen Einrichtungen ausstellen würde, müsste er erneut anbauen.

Bespielt wurden Ortwin Grüttners Murmelbahnen unter anderem bereits in der Galerie Packschuppen in Glashütte (Brandenburg), im Schifffahrtsmuseum Rostock, in der Rathausgalerie in Lippstadt und im Stadtmuseum Meißen. Im Spielmuseum Soltau gibt das Murmiland mit den Murmelwochen alljährlich sein Gastspiel.

Murmelbahnen bauen - in der Kindheit hat das schon angefangen

Mit Bausteinen und längeren Brettchen, Pappe und Papier baute Ortwin Grüttner schon als Kind und Jugendlicher in den 1970er Jahren Murmelbahnen. 30 Tonmurmeln  hatte er seinerzeit, heute über 100.000 aus Glas, die meisten mit einem Durchmesser von 16 mm, denn alle seine neueren Murmelbahnen sind einheitlich für 16 mm Glaskugeln ausgelegt.

Das räumliche und analytische Denken, die Freude am Konstruieren  und das Ausprobieren liegen ihm im Blut. Er zeichnete in seiner Schulzeit  sogar „aus Spaß“ Labyrinthe für seine Mitschüler. Deshalb war es für ihn auch naheliegend, ein entsprechendes Studium zu machen. Und so wurde aus Ortwin Grüttner ein Maschinenbauingenieur mit Festanstellung in einer hannoverschen Firma.

Man könnte denken, Ortwin Grüttner ist ein Tischler

Doch betritt man die Werkstatt im Keller seines Einfamilienhauses, lassen Hobelbänke, Bohrmaschinen, Dekupiersägen, Schraubzwingen, Absauggeräte für Späne und  weitere Werkzeuge nur einen Schluss zu. „Viele fragen mich, ob ich gelernter Tischer bin.“

Der erste Flipper für Murmeln

Seine intensive und kreative Schaffensphase begann aber verhältnismäßig spät: mit dem Zivildienst, den Ortwin Grüttner erst im Anschluss an sein Studium absolvierte, in der Freien Martinsschule in Hannover. In der Holzwerkstatt der Schule baute „der Zivi Grüttner“ die erste Murmelbahn. Nach anerkennenden Blicken meinte der Hausmeister: „Bau doch mal einen Flipper für Murmeln“. Darauf musste die Schule nicht lange warten, und mittlerweile hat Ortwin Grüttner mehr als 15 Flipper hergestellt.

Seine Murmelbahnen sind gefragt

Kaum setzt er einen Plan für eine Murmelbahn um, fällt ihm schon wieder etwas für die nächste Konstruktion ein. „Und so kommt eine zur anderen, solide konstruiert, ohne aufwändige Elektronik“. Wie oben gesagt, jetzt sind es 60 Stück. Kein anderer hat so eine vergleichbare kreative Auswahl.

Mittlerweile kennen ihn viele Leute. Ortwin Grüttner bekommt fast täglich Anfragen, Informationen finden sich auch auf der schönen Homepage www.murmiland.de.  Für den Transport zum Ausstellungsort, für den Auf- und Abbau der Murmelbahnen geht jedes Mal auch viel Zeit drauf. „Dafür nehme ich Urlaub.“ Es macht ihm auch nach 25 Jahren immer noch Spaß, und während Sie, liebe Leserin und Leser diese Zeilen vor Augen haben, tüftelt Ortwin Grüttner schon wieder an einer neuen Murmelbahn.

  • Kontakt ortwin@murmiland.de