"Unser Reichtum sind unsere Mitarbeiter"

Benscheidt und Gropius begegneten sich auf einer höheren Ebene, nämlich in einem positiven Bild vom Menschen. So sagte Benscheidt:

 „Unser Reichtum sind nicht unsere Maschinen, noch ein Bankkonto, sondern das Wissen und Können und die Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter.“

Gropius formulierte das so:

 „Der Arbeit müssen Paläste errichtet werden, die dem Fabrikarbeiter, dem Sklaven der modernen Industriearbeit, nicht nur Licht, Luft und Reinlichkeit geben, sondern ihn noch später spüren lassen von der Würde der gemeinsamen großen Idee, die das Ganze treibt.“

1911 beginnen Benscheidt und Gropius mit dem Bau einer Fabrik zum Wohlfühlen: Tageslicht strahlt in alle Räume, in jeden Winkel, der Duft des Buchenholzes hüllt sämtliche Arbeitsplätze ein.  Das Rohmaterial Buche, von dem in der Umgebung Alfelds reichlich wächst, inspiriert Benscheidt auch bei der Suche nach einem passenden Namen:  So bekommt die Fabrik den Namen „Fagus-Werk“ - vom lateinischen fagus sylvatica (Rotbuche).

Benscheidt hat mit dem Gebäude im Bauhaus-Stil und mit der Wertschätzung für seine Arbeiter die besten Grundlagen geschaffen, um in seinem Handwerk und in seiner Wissenschaft  - in der Produktion von Schuhleisten - besser zu werden.  Er nimmt immer wieder jeden Schritt in der Herstellung unter die Lupe und ist im Dialog mit Orthopäden, denn die liefern ihm neue Erkenntnisse aus der Fußforschung.  Benscheidt ist eine Kapazität, sein unternehmerisches Können und sein soziales Engagement bringt die kleine Stadt Alfeld auf die Sonnenseite des Lebens.

Schuhleisten aus Buchenholz bleiben das Kerngeschäft bis heute, auch wenn Kunststoff das Holz mittlerweile abgelöst hat. Das Werk wurde 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Besucher sind herzlich eingeladen zu öffentlichen und individuellen Führungen. Infos mit einem Klick.

URHEBER FOTOS

Carsten Janssen (Alfeld)